Bible reading takes centre stage in Germany
Four days of reading – by torchlight at the centre
Lange schon wurde diese Idee unter evangelischen Christen in Mühlhausen bewegt. In Zusammenarbeit mit bibeltreuen Christen aus Herrnhut sowie aus ganz Deutschland kam es nun zur Umsetzung: eine Nonstop-Bibellesung am Mittelpunkt
Deutschlands in Niederdorla. Andreas Schmidt schreibt darüber:
Neben der intensiven Begegnung mit dem Buch der Bücher und der vollständigen Rezitation aller 1189 Kapitel der Heiligen Schrift wollten die Teilnehmer ein besonderes Zeichen setzen: Gottes Wort sollte öffentlich verkündigt, Gemeinschaft ermöglicht und Interessierten die Bibel nähergebracht wer-den. Als Mitleser darf ich sagen:
Dieses Ziel wurde erreicht.
Jeder Teilnehmer war für drei Stunden verantwortlich, die Lesung fortzuführen und als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung zu stehen. Zum Auftakt am 4. Juni war unter anderem Mühlhausens Oberbürgermeister Johannes Bruns anwesend, der mit dem ersten Kapitel der Genesis begann.
Die Spannung war spürbar. Zwar musste zunächst ein Rhythmus gefunden werden, doch schon bald lief die Lesung reibungslos. Jede Gruppe organisierte intern die Reihenfolge, sodass stets ein Kapitel nach dem anderen gelesen wurde.
Nach drei Stunden übernahm pünktlich die nächste Gruppe.
Nach etwa zwei Tagen zeigte sich jedoch, dass die kalkulierten 85 bis 87 Stunden nicht ausreichen würden. Frühere Erfahrungen beruhten überwiegend auf englischen Über-setzungen; die deutsche Sprache benötigt beim Vorlesen mehr Zeit.
Das Wetter zeigte sich in allen Facetten: Sonne, Regen, Gewitter, Wind, Regenbogen sowie eindrucksvolle Sonnenauf- und -untergänge. Doch das Wort Gottes blieb unverändert; lediglich der Standort der Bibel wechselte je nach Wetterlage. Manche Verse sorgten für Lacher oder spontane Halleluja-Rufe. Das gemeinsame Lesen schweißte zusammen, besonders während der Nachtstunden. Es entstanden viele neue Bekanntschaften und intensive Gespräche. Über allem lag eine wertvolle ökumenische Gemeinschaft.
Besucher des Mittelpunktsteins fragten neugierig nach dem Geschehen, andere machten einfach ihr Erinnerungsfoto - auch das war in Ordnung.
Schofarklang, Gebet und bunte Lebensgeschichten
Da das Ende am Sonntagabend erreicht werden sollte, musste eine Lösung gefunden werden. Ab Sonntagmittag lasen zwei Gruppen parallel, um den Zeitverlust aufzuholen. Um 20 Uhr begann die letzte Runde mit Offenbarung 1 bis 22.
Jedes Kapitel wurde von einer anderen Person gelesen. Während der letzten 90 Minuten lag eine beeindruckende Stille über dem Platz.
Dann erklangen die Schlussworte der Bibel: „Ja, ich komme bald. - Amen, komm, Herr Jesus! Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!" Den Abschluss bildeten das Blasen eines Schofarhorns, gemeinsames Gebet und eine Abendmahlsfeier direkt am Mittelpunkt. Dort steht ein großer Steintisch, der an einen Altar erinnert und an dem meist gelesen wurde.
Was bleibt nach vier Tagen mit wenig Schlaf? Es ist bereichernd, dem Wort Gottes so ausgiebig zuzuhören - ohne menschliche Gedankenbeimischung. Die Bibel ist für mich das wichtigste Buch der Welt. Die unterschiedlichen Lese-stile der Teilnehmer brachten Vielfalt und Lebendigkeit. Viele Christen kamen aus ganz Deutschland, von Mecklenburg bis Baden-Württemberg. Ihre Lebensgeschichten und Erfahrungen mit Gott waren ein großer Reichtum.
Helfer unterstützen tatkräftig Bibellesung in Niederdorla
Mein Dank gilt allen Helfern: Menschen aus Niederdorla versorgten uns mit Getränken, Snacks und Schnittentellern. Lutz Großkopf knüpfte Kontakte vor Ort und organisierte Bänke, Zelte und Übernachtungsmöglichkeiten. Annette Nötzoldt aus der Evangelischen Gemeinde Mühlhausen koordinierte vieles und war eine geduldige Ansprechpartnerin. Nick Pease aus Herrnhut brachte wertvolle Erfahrungen aus anderen Bibellesungen und Gebetsprojekten ein.
Dank auch allen stillen Helfern.
Über allem sei Gott Dank und Ehre. „Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit" (2. Timotheus 3,16).
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